Die Sammlung Werner Bibl des LWL-Industriemuseums Dortmund
Sonderausstellung vom 26. April bis zum 28. Oktober 2012
Goslar, 24.4.2012 Erstmals werden 90 Objekte der weltweit größten Sammlung von Arbeiterskulpturen des ehemaligen 3M-Managers Werner Bibl aus Gelsenkirchen ausgestellt. Über 200 Exponate umfasst die gesamte Sammlung des Mäzens und bewahrt eine einmalige, zeitlich und geografisch eng umrissene europäische Kunstrichtung. Zwischen ca. 1850 und 1950 dauerte die Epoche der „Arbeiterskulpturen“ aus Bronze und Grauguss, die von der Schwerpunktzeit der westeuropäischen Industrialisierung erzählen.
Fokus auf die Darstellung der schweren körperlichen Arbeit
Die Sonderausstellung zeigt die in Bronze oder Eisen gegossene schwere Arbeit am ursprünglichen Ort derselben. In den Räumen der ehemaligen Erzaufbereitungsanlage, den sogenannten Eindickern, sind Werke von Constantin Meunier, Henri Louis Levasseur, Gerhard Arnold Janensch oder Bernhard Hoetger zu sehen. Die Motive für ihre Skulpturen fanden die Künstler vor allem am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Schwerindustrie, der Land- und der Bauwirtschaft. Am Hochofen, vor Ort untertage oder auf dem Feld arbeiteten Menschen, teilweise unter extremen Bedingungen. Die Anstrengungen dieser Arbeit sind den Skulpturen ins Gesicht oder auf den Körper geschrieben. Doch die in typischer Arbeitspose oder allegorischer Überhöhung abgebildeten Arbeiter selbst hätten sich solche Werke nicht leisten können. In Auftrag gegeben wurden die Skulpturen von jenen, die arbeiten ließen: Industriebossen und Unternehmern. Diesen dienten sie als Statussymbole wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Macht.
Mit Licht in Szene gesetzt
Die Kuratoren Dr. Johannes Großewinkelmann und Morea Kuhlmann haben die Arbeiterskulpturen in den neun kreisrunden, von verrosteten Stahlwänden umschlossenen Ausstellungsräumen der Eindicker und dem Schwerspatraum in der ehemaligen Erzaufbereitungsanlage in Szene gesetzt. Durch die Beleuchtung und das Ausstellungsmobiliar ist zwischen den Ausstellungsräumen und den Arbeiterskulpturen eine Interaktion entstanden. Der spröde Charme der fensterlosen Ausstellungsräume ermöglicht eine szenische Beleuchtung der Skulpturen, die deren Ästhetik eindrucksvoll betont. Diese Interaktion wird in einigen Zwischenräumen des Ausstellungsgebäudes verstärkt durch Videoinstallationen des zeitgenössischen Wuppertaler Künstlers Kai Fobbe. Er hat die Bronzeskulpturen auf einer drehenden Scheibe gefilmt und die Filmaufnahmen bearbeitet. Für die Besucher eröffnet sich durch diese Installation ein verfremdeter Blick auf die Figuren, der mit dem normalen Auge nicht zu erzielen ist.
“Hard Work” – Arbeiterskulpturen 1850 bis 1950. Die Sammlung Werner Bibl, Gelsenkirchen, welche im Jahr 2011 durch eine gemeinsame Initiative der Milwaukee School of Engineering und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe für das LWL-Industriemuseum in Dortmund erworben wurde.
Pressefotos finden Sie hier.
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Das Team der Sonderausstellung twittert unter @Mus_Rammelsberg
Kontakt:
Dr. Johannes Großewinkelmann
Tel: 05321/750-206
Fax: 05321/750-130
Mail: sammlung@rammelsberg.de
