Internationaler Museumstag 2012 am Rammelsberg

Plakat Internationaler Museumstag am 20. Mai 2012Am 20. Mai 2012 begehen Museen in aller Welt und somit selbstverständlich auch das Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg den 35. Internationalen Museumstag.

Unter dem zentralen  Motto „Welt im Wandel – Museen im Wandel“ finden auch bei uns besondere Veranstaltungen statt:

So öffnet beispielsweise ab 11.00 Uhr die Restaurierungswerkstatt ihre Tür und gewährt einen Blick hinter die Kulissen der Arbeitsgemeinschaft Restaurierung. Die im Sommer 2011 gegründete AG präsentiert ihre ersten Arbeiten und stellt zukünftige Projekte vor. Das Team rund um den Rammelsberger Restaurator Ralf Siegemund erklärt die wichtigsten Arbeitsschritte der Metallrestaurierung und zeigt den Wandel vom scheinbar „verrosteten Eisenstück “ hin zum konservierten Museumsobjekt.

Ebenfalls ab 11.00 Uhr zeigen die bildenden Künstler der Künstlerinitiative Goslar e.V. am Rammelsberg ihre Sicht auf die Schöpfung.

Außerdem können die Besucher zwischen 9.00 – 18.00 Uhr zu ermäßigten Preisen am Führungsprogramm unter Tage teilzunehmen.

Über Tage ist der Eintritt an diesen Tag kostenfrei – selbstverständlich auch der Besuch unserer Sonderausstellung Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850 bis 1950.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Eine museale Präsentation der Arbeiterskulpturen in Deutschland war schon lange wünschenswert – Ein Interview mit Dr. Eckhart G. Grohmann, Milwaukee (USA)

Kurzfristig meldete sich letzte Woche Dr. Eckhart Grohmann aus Milwaukee (USA) an, um unsere Sonderausstellung „Hard Work“ zu besuchen. Dr. Grohmann hat es 2011 ermöglicht, dass die Arbeiterskulpturen-Sammlung von Herrn Werner Bibl  durch eine gemeinsame Initiative der Milwaukee School of Engineering und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe für das LWL-Industriemuseum in Dortmund angekauft werden konnte. Unsere Sonderausstellung zeigt bis zum 28. Oktober 2012 einen großen Teil dieser Sammlung.

Der in Deutschland geborene Dr. Grohmann, ehemaliger Besitzer einer großen Aluminiumgießerei in Milwaukee,  hat seit den 1960er Jahren unter dem Motto „Men at Work“ (Der Mensch bei der Arbeit) begonnen, eine Sammlung mit Gemälden und Skulpturen zum Thema Industrie und Arbeiter am Arbeitsplatz für das von ihm gestiftete Grohmann Museum an der Milwaukee School of Engineering (MSOE) aufzubauen. Wir (Morea Kuhlmann und  Dr. Johannes Großewinkelmann) waren gespannt, wie Dr. Grohmann auf die Präsentation der Arbeiterskulpturen reagieren würde und interviewten ihn beim  Rundgang durch die Sonderausstellung zu seinen Eindrücken, aber auch zu seinen Motiven, die ihn veranlasst haben, den Ankauf der Sammlung von Werner Bibl in Deutschland zu ermöglichen.

Museum: Herr Grohmann, was hat Sie als Amerikaner eigentlich veranlasst, den Ankauf der  Sammlung Bibl für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu ermöglichen? Sie hätten die Sammlung doch sicherlich auch in Ihrem Museum in Milwaukee präsentieren können.

Dr. Grohmann: Ich arbeite schon länger mit Prof. Klaus Türk (Professor an der Bergischen Universität Wuppertal, Experte für die Geschichte der Arbeit; Anm. des Museums) zusammen, der mir auch den Kontakt zu Werner Bibl verschafft hat. Ich wollte die Sammlung Bibl in Europa belassen, weil dieses Kunstgenre in Europa in der Zeit zwischen 1850 und 1950 sehr stark vertreten war, und deshalb bin ich der Meinung, dass eine solche Sammlung und ihre museale Präsentation in Deutschland sehr wünschenswert ist. Es ergänzt aber sehr gut meine Sammlung von Arbeiterskulpturen im Grohmann Museum, und zusammen haben wir sicherlich gut zwei Drittel der bedeutendsten Arbeiterskulpturen, die in Deutschland, Frankreich, Belgien und einigen anderen europäischen Ländern hergestellt wurden, zusammen gestellt.

Museum: Wir präsentieren erstmalig in Deutschland am Weltkulturerbe Rammelsberg einen großen Teil, genauer gesagt 91 Skulpturen, aus der Sammlung Bibl. Wie gefällt Ihnen die Präsentation in der Sonderausstellung „Hard Work“?

Dr. Grohmann: Großartig! Da haben sie wirklich Pionierarbeit geleistet. Die Präsentation der Arbeiterskulpturen vor den rostigen Wänden der Eindicker gibt den Figuren eine ganz besondere Aura. Hard Work – die Darstellung der Arbeit durch die Skulpturen wird an einem Ort ausgestellt, an dem ursprünglich harte Arbeit geleistet wurde. Die Auswahl an Skulpturen, die sie getroffen haben, zeigt Jugendlichen und Kindern sehr eindrucksvoll, wie harte Arbeit früher einmal ausgesehen hat und unter welchen Belastungen Menschen in bestimmten Berufsgruppen gelitten haben.

Museum: Welche Eindrücke nehmen Sie aus der Ausstellung mit?

Dr. Grohmann: Mich hat die Lichtsetzung in der Ausstellung an vielen Stellen beeindruckt. Da haben Sie natürlich mit den fensterlosen Räumen der Eindicker große Vorteile. Aber beeindruckend fand ich auch von Inszenierungen in der ersten Etage (Schwerspatraum). Der Aufbau der Schmiedeskulpturen auf der alten Werkbank mit der großen Reproduktion des Bildes des dänischen Malers Peder Severin Kroyer „Drei Schmiede in Hornbeck“  im Hintergrund. Dieser Kontrast von Skulpturen, den leuchtenden Farben des Bildes und der alten Werkbank aus der Schlosserei des Erzbergwerks Rammelsberg – eine tolle Inszenierung.

Skulpturen auf der Werkbank - Inszenierung Arbeiterskulpturen in der Ausstellung "Hard Work"

Museum: Herr Grohmann, was bedeutet es für Sie, erstmals in Ihrer alten Heimat eine große Ausstellung mit Arbeiterskulpturen, die Sie im Grohmann-Museum in Milwaukee ja schon länger museal präsentieren, jetzt auch in Deutschland zu sehen?

Dr. Grohmann: Na, ich denke es ist zunächst ein schöner Abschluss und sicherlich auch noch einmal ein Höhepunkt einer turbulenten Zeit. Zunächst hat Werner Bibl in kurzer Zeit seine Sammlung komplettiert, dann haben wir mit Prof Klaus Türk schnell einen schönen Katalog zu der Sammlung Bibl erstellt, den Sie auch hier am Weltkulturerbe Rammelsberg im Museumsshop verkaufen. Schließlich haben wir es durch die gemeinsame Initiative der Milwaukee School of Engineering und des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe geschafft, die Sammlung in Deutschland zu halten und jetzt diese phantastische Präsentation eines großen Teils der Arbeiterskulpturensammlung in den Räumen des Weltkulturerbes Rammelsberg. Ich hoffe, die Ausstellung „Hard Work“ ist der Auftakt zu weiteren Ausstellungen mit Arbeiterskulpturen in Deutschland. Das wäre mein Wunsch für die Zukunft.

Museum: Herr Dr. Grohmann, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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Eine unter vielen und doch etwas Besonderes – Der Eisengießer von J. W. Elischer

Das besondere Exponat

Die Frage an die Mitarbeiter einer Ausstellung, an welchem Objekt ihr Herz denn besonders hängt, ist schon fast obligatorisch. Doch diese Frage ist keineswegs bloß eine professionelle Notwendigkeit sondern ihre Beantwortung zeigt ein Stück Verbundenheit  zu den ausgestellten Objekten. Eine solche Verbundenheit, die in der nüchternen  Aufbau- und Ausstellungspraxis der Museen schnell verloren gehen kann, ist für viele Mitarbeiter wichtig, erzeugt sie doch einen Enthusiasmus, von dem das Museum und speziell die Ausstellungen stark profitieren. Unter dem Motto „Das besondere Exponat“ werden wir deshalb in loser Folge die Lieblingsskulpturen einiger  Museumsmitarbeiter aus der Sonderausstellung „Hard Work“ vorstellen.

Elischer, Der Eisengießer, aus der Ausstellung "Hard Work"Für mich, als Kurator von „Hard Work“, gibt es unter den über 90 Skulpturen in der laufenden Sonderausstellung auch die eine Figur, die es mir besonders angetan hat. Es ist der „Eisengießer bei der Arbeit“ von John Wolfgang Elischer (1891–1966).

Diese nur ca. 39 cm hohe, aber ziemlich schwere Bronzefigur des österreichischen Bildhauers ist für mich an Ausdrucksstärke und Bewegungsdynamik von keiner anderen Skulptur der Sonderausstellung zu überbieten. Elischer stellt seinen Eisengießer genau in dem Moment dar, in dem dieser flüssiges Eisen in eine Form füllt. In höchster Konzentration mit nach vorne gerichteter, dynamischer Körperhaltung stellt sich beim Betrachter das Gefühl ein, die Figur könnte sich gleich bewegen und „ihre Arbeit“ zu Ende bringen. Die Skulptur vereinigt ohne großes Pathos zwei wichtige Momente der harten Arbeit in den Gießereien: Hohe psychische Konzentration bei großer physischer Belastung.

Diese Kunst der ausdrucksstarken realistischen Darstellung erlernte John Wolfgang Elischer nach dem Studium in Wien u.a. auch bei dem französischen Bildhauer Auguste Rodin in Paris, der um die Wende zum 20. Jahrhundert als Vorbereiter einer modernen, expressionistischen Darstellung in der Plastik galt.

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Texturen aus Licht – Videoinstallation von Kai Fobbe in der Ausstellung “Hard Work”

Wer unsere Sonderausstellung Hard Work – Arbeiterskulptur 1850-1950 besucht und genauer hinschaut, wird Besonderes entdecken. Die Ausstellungsräume, die sogenannten Eindicker der ehemaligen Erzaufbereitungsanlage mit ihren kreisrunden Grundrissen, reihen sich wie Perlen einer Kette hintereinander auf.

Videoinstallation von Kai Fobbe in der Ausstellung "Hard Work - Arbeiterskulpturen 1850-1950"

Verlässt man diese strikten räumlichen Grenzen und bleibt in einem der Zwischenräume stehen, begegnet man der Skulptur auf ganz andere Art. In den Farben Grün, Gold, Blau und Rosa, losgelöst von ihrer ursprünglichen materiellen Beschaffenheit, leuchten dem Betrachter geheimnisvolle Wesen aus verschiedenen Blickwinkeln entgegen. Was innerhalb der Raumgrenzen der Ausstellung statisch war, ist hier in Bewegung, was ursprünglich haptisch war, ist hier eine Projektion und was klein war, ist hier plötzlich mannshoch.

Der Videokünstler Kai Fobbe aus Wuppertal kam bereits 2008 mit dem Sammler Werner Bibl in Kontakt. Bibl zeigte ihm seine Arbeiterskulpturen, und jedes Mal wenn er ein neues Stück für seine Sammlung erworben hatte, stellte er ihm dieses vor. Von Anfang an war Fobbe klar, dass er mit den Skulpturen arbeiten, sie auf eine neue Art visualisieren wollte. Auch der Sammler war nach kurzer Zeit Feuer und Flamme für diese Idee. So kam es dazu, dass im Jahre 2011 schließlich das Projekt „Textur“ ins Leben gerufen wurde. Fobbe ließ dafür 50 Skulpturen in Videoinstallationen in einem neuen Licht erscheinen. Erst in diesem Jahr konnte das Projekt abgeschlossen werden und die Kunstwerke sind in einer Auswahl zum ersten Mal in einer Ausstellung zu sehen.

Lassen Sie sich überraschen!

Nähere Informationen über Kai Fobbe erhalten Sie unter: www.kaifobbe.de

Weitere Informationen und Artikel zu unserer Ausstellung finden Sie hier.

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Zeugen einer Weltpremiere: die Eröffnung unserer Sonderausstellung „Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850–1950“

Am Donnerstag, den 26.04.2012 um 18.00 Uhr war es soweit. Nach einigen Wochen harter Aufbauarbeit wurde „Hard Work“ eröffnet!

Den Auftakt machten Lehrer und Schüler der Kreismusikschule Goslar mit einem „verjazzten“ Steigerleid. Danach begrüßte Tobias Henkel, der amtierende Geschäftsführer des Weltkulturerbes Rammelsberg, die zahlreichen Gäste der Eröffnungsfeier, darunter Goslars Oberbürgermeister, Herr Dr. Oliver Junk, der Vorsitzende der Landesversammlung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, Herr Dieter Gebhard und der künftige Chef am Rammelsberg, Herr Gerhard Lenz.

Impressionen von der Eröffnung der Ausstellung "Hard Work. Arbeiterskulpturen 1850-1950" im Weltkulturerbe Rammelsberg

Der Sammler Werner Bibl, die Kuratorin des Westfälischen Industriemuseums, Frau Olge Dommer und der Autor des Ausstellungskataloges, Herr Prof. Dr. Klaus Türk,  führten in kurzen Beiträgen in das Thema Arbeiterskulptur ein.

Prof. Türk überraschte die Gäste der Eröffnungsveranstaltung mit dem Hinweis, dass sie gerade Zeuge einer Weltpremiere seien. Er befasse sich schon seit 30 Jahren mit dem Thema Arbeiterskulpturen und seines Wissens hätte es weltweit noch keine so große Ausstellung mit Arbeiterskulpturen gegeben. „Es war wirklich an der Zeit, dass man sich in Deutschland diesem Thema zumindest in einer temporären Ausstellung widmet“, bekräftigte er seine Ansicht.

Impressionen von der Eröffnung der Ausstellung "Hard Work. Arbeiterskulpturen 1850-1950" im Weltkulturerbe Rammelsberg

Nach dem Zerschneiden des roten Bandes an der Eingangstür, strömten die zahlreichen Gäste in die Ausstellung. Ich hörte viele positive Stimmen zu der Inszenierung der Skulpturen in den einzelnen Ausstellungsräumen. Viele Gäste faszinierte der spielerische Umgang mit dem Ausstellungsmobiliar, den Sockelpodesten, auf denen die Skulpturen vor den verrosteten Stahlwänden der kreisrunden Räumen mit passender Ausleuchtung wie auf kleinen Bühnen präsentiert werden.

Noch lange nach dem Eröffnungsrundgang wurden bei einem kleinen Imbiss und Getränken die gewonnen Eindrücke vertieft. Fast jeder der Besucher der Eröffnungsveranstaltung nahm eine Skulptur mit nach Hause, die ihn unter den zahlreichen Objekten am meisten begeistert hat – natürlich nur als bleibende Erinnerung!

Weitere Informationen und Artikel zu dieser Ausstellung finden Sie hier.

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Wann kommen die Skulpturen?

Morea Kuhlmann arbeitet als wissenschaftliche Volontärin am WELTKULTURERBE Rammelsberg. In ihrem Blogbeitrag berichtet sie über die spannenden Erfahrungen beim Aufbau der Ausstellung “Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950″.

Das war eine Frage, die ich unserem Sammlungskurator wohl des Öfteren gestellt habe. Als sie dann endlich da waren – schon einige Wochen vor der Ausstellung – konnten wir es nicht abwarten, endlich eine von ihnen auszupacken. Wochenlang hatten wir während der Vorbereitungen wie beim Schreiben der Ausstellungstexte und der Planung des Ausstellungsaufbaus die Skulpturen nur in kleinen Schwarz-Weiß-Bildern mit abstrakten Maßangaben vor uns liegen gehabt. Nun wollten wir sie endlich einmal in natura betrachten!

Skulptur vor dem Auspacken - Ausstellung Hard Work - Arbeiterskulpturen 1850-1950

Ungeduldig zogen wir einen der Kartons heraus. Das enorme Gewicht des Kartons kündigte schon an, dass es sich um eine der „größeren“ Skulpturen handelte.  Die Verpackungs- und Transportfirma hatte ganze Arbeit geleistet. Wir mussten uns durch diverse Schichten von Schaumstoff, Noppenfolie, Klebeband und Seidenpapier kämpfen, bis das gute Stück endlich zum Vorschein kam. Dann lag die ausgepackte Skulptur vor uns –  ein junger Bergmann, lässig auf seine Spitzhacke gelehnt, in die Ferne schauend. Das warme, leicht schummrige Licht in den Eindickern warf einen goldenen Schein auf die glänzende Bronze der Skulptur. Der Künstler hatte diesen Bergarbeiter in idealer Schönheit dargestellt. Nur mit Hose und  Hut bekleidet, wird die perfekte Modellierung des muskulösen Oberkörpers und der sehnigen Beine und Füße betont. Ich war fasziniert. Wir stellten ihn auf einen Sockel, von wo aus er während der weiteren Vorbereitungen über uns hinweg blickte.

Skulptur nach dem Auspacken - Ausstellung Hard Work - Arbeiterskulpturen 1850-1950Mittlerweile haben fast alle Skulpturen ihren Platz gefunden. Das heißt, ich habe bereits über 80 Skulpturen aus ihrem Gefängnis aus Noppenfolie befreit und es war jedes Mal wieder spannend, welches Kunstwerk daraus zum Vorschein kam. Alle Skulpturen mussten in ihre Räume verteilt werden, wozu ich manches Mal männliche Unterstützung brauchte, denn die Skulpturen waren bis zu 70 Kilogramm schwer.

Es war für mich faszinierend zu sehen, wie die Ausstellung nach und nach immer mehr Gestalt annahm: Weitere Sockel wurden fertig, die dann grundiert, gestrichen und in die Ausstellungsräume gebracht wurden. Die Skulpturen wurden plaziert, Lichter gesetzt, Sockel befestigt, Objektbeschriftungen angebracht und Textfahnen aufgehängt. Allein die Anbringung von Textfahnen und des Außenbanners hat drei Tage gebraucht. Viele Leute sind in die Vorbereitung der Ausstellung eingebunden: Techniker, Schreiner, Maler, Grafiker, Wissenschaftler. Und auch wissenschaftliche Volontärinnen wie ich müssen die Schleifmaschine, den Pinsel oder die Bohrmaschine in die Hand nehmen. Von wegen Schreibtischjob…  Soviel Muskelkater wie in den letzten Wochen hatte ich schon lange nicht mehr!

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

 

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Produktionsstätte und Ausstellungsort: die Eindicker der Aufbereitung

Ausstellungen finden in ihnen statt, musikalische Darbietungen und seit einigen Jahren auch – stets am 3. Adventssonntag – ein Weihnachtsmarkt. Die Älteren mögen sich daran erinnern, dass vor Jahren auch Szenen der theatralen Inszenierung „Union der festen Hand“ in den Eindickern der Rammelsberger Aufbereitungsanlage spielten. Doch gab es eine Zeit vor dem Museum, und da hatten diese mächtigen Bottiche eine ganz andere Aufgabe.

Blick in den Eindicker der Erzaufbereitung Rammelsberg

Die Aufbereitungsanlage wurde 1936 fertiggestellt. Sie diente dem Zweck, aus den Erzen, die stückig und mitunter doppelt so groß wie ein Fußball gefördert wurden, Konzentrate herzustellen. Also galt es, die Erzbrocken in drei Stufen zu zertrümmern und zu zermahlen, sie mit Reagenzien zu vermengen und auf diesem Weg der Flotation unterschiedliche Mineralgemische herzustellen, in denen jeweils ein ganz bestimmtes Mineral hoch konzentriert vorhanden war. Da dieser Prozess unter Zugabe von Wasser geschah, die Hütten aber, die aus den Konzentraten die Metalle zu erschmelzen hatten, keine flüssigen Stoffen in ihre Öfen geben konnten, musste den Konzentraten das Wasser erst einmal wieder entzogen werden.

An dieser Stelle kommen unsere Eindicker ins Spiel: Sie bilden die erste der beiden Entwässerungsstufen, denn an ihren Böden konnten sich die feinen Erzkörnchen der Konzentrate absetzen. Und während das nahezu erzfreie Wasser über den Beckenrand abfloss, wurden die Sedimente vom Boden abgesaugt und in die Trommelfilter gepumpt, wo ihnen das restliche Wasser bis auf geringe Reste entzogen wurde.

Vom Lärm der Aufbereitung und den Erschütterungen, die von den mächtigen Maschinen hervorgerufen wurden, ist heute nichts mehr zu spüren. Im Gegenteil: Geht ein Besucher durch die Eindicker, so ist es eher die Stille, die ihn bald umfängt, der Hall seiner Schritte, seiner Stimme. Und vielleicht stellt er sich vor, in diesen schroffen Räumen einmal den Klang von Cello oder Vibraphon zu spüren.

Ab dem 26. April 2012 wird auch in den Räumen der ehemaligen Eindicker, die Ausstellung “Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950″ zu sehen sein. Sie zeigt ausgewählte Stücke aus der Sammlung Werner Bibl, der weltgrößten ihrer Art. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.


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Die Ausstellung “Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950″ nimmt Gestalt an

Wie vor einigen Wochen versprochen, möchten wir über den aktuellen Stand des Aufbaus der Sonderausstellung Hard Work informieren.

Was ist also bisher passiert? Inzwischen sind die knapp 100 Exponate am Rammelsberg eingetroffen. Die Skulpturen – klein bis groß – mussten vorsichtig abgeladen und in die Ausstellungsräume gebracht werden. Dort wurden sie ausgepackt und dann erste Stellproben gemacht.

Arbeiterskulpturen - Vorbereitungen zur Ausstellung Hard Work

Zum großen Teil haben sie jetzt bereits ihren Platz gefunden. In den Ausstellungsräumen, den Eindickern und dem Schwerspatraum, mussten Vorbereitungen zur Aufstellung der Objekte getroffen werden. Normalerweise werden die Objekte in Vitrinen und auf Sockeln präsentiert. Dies ist auch hier bei den meisten der ausgestellten Skulpturen der Fall. Bei einigen haben wir uns jedoch als Exponatträger etwas Besonderes ausgedacht. Was und welche das sind wird – das wird noch nicht verraten.

Obwohl schon ein Großteil der anfallenden Arbeiten erledigt ist, gibt es noch einige wichtige Dinge zu tun: Derzeit wird intensiv an den Objektbeschriftungen und den Beleuchtungselementen gearbeitet. Außerdem wird zwischen den Eindickern eine 3-D-Videoprojektion installiert, die wir in Kürze hier im Blog ausführlich vorstellen werden.

Aufbau der Ausstellung Hard Work - Arbeiterskulpturen 1850-1950

Noch zwei Wochen „harte Arbeit“ liegen vor dem Team, damit pünktlich am 26. April 2012 „Hard Work“ eröffnet werden kann.

P.S.: Was eigentlich die Eindicker in der ehemaligen Aufbereitungsanlage am Rammelsberg sind bzw. wozu sie dienten, erklären wir dem geneigten Leser gern im Blogbeitrag in der kommenden Woche.

Über den Fortgang der Ausstellungsvorbereitungen informieren nun auch über den Twitter-Account der Ausstellung.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

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Ostern am Rammelsberg

Jetzt, wo die Tage wieder länger und (hoffentlich) wärmer werden, sind der Rammelsberg und die umgebende Kulturlandschaft besonders lohnende Ausflugsziele.  Daher bieten wir am 10. April  2012 eine Themenwanderung durch die Kulturlandschaft Oberharz an. Treffpunkt für die  Wanderung um 11.00 Uhr ist das Dorotheer Zechenhaus in Clausthal-Zellerfeld, Am Pulverhaus (Nähe Fa. Sympatec).

Frühling am Rammelsberg

Das lange Osterwochenende zuvor kann für die verschiedenen Touren am Rammelsberg genutzt werden. Entweder zu Fuß durch den Roeder-Stollen oder mit der Bahn in den Berg einfahrend. Die Tour mit der Grubenbahn ist auch für Personen im Rollstuhl geeignet, die mit dem „Rollimobil“ unter Tage gelangen.

So wie der April in diesem Jahr mit einem langen Wochenende beginnt, endet er auch. Pünktlich zu diesem Zeitpunkt haben Sie bereits die Möglichkeit die diesjährige Sonderausstellung „Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850 – 1950“ zu besuchen, die am 26. April 2012 eröffnet wird.

Das gesamte Team des Rammelsberges wünscht seinen Besuchern auf diesem Weg ein frohes Osterfest!

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Jugend-Akademie Rammelsberg 2012 – Aktionsführungen für Schulklassen über und unter Tage

Zum vierten Mal findet wieder die Rammelsberger Jugend-Akademie statt (vor den Sommerferien vom 3. bis 17. Juli). Das abwechslungsreiche Programm ist sehr beliebt und richtet sich in erster Linie an Schulklassen, kann aber auch von anderen Kinder- und Jugendgruppen gebucht werden.

Der günstige Preis von nur 6 € pro Schüler ist neben dem gleichermaßen lehrreichen wie kurzweiligen Programm ein weiterer Anreiz, sich und seiner Klasse schnell einen Termin zu sichern. Denn die Jugend-Akademie ist inzwischen wohlbekannt, so besuchten im letzten Jahr 800 Schüler die interessante Veranstaltung.

Jugend-Akademie Rammelsberg - Führungen für Schulklassen

Wie in jedem Jahr arbeitet die Museumspädagogik des Rammelsberges mit Kooperationspartnern zusammen, die das Programm sinnvoll ergänzen und somit bereichern. In diesem Jahr sind dies das Goslarer Zinnfiguren-Museum und der Förderkreis der Königshütte, Bad Lauterberg e. V.

Das Programm sieht folgendermaßen aus:

 1. „Stark und mutig muss ein Bergmann sein!“

Führung über und unter Tage mit Aktion für den Kindergarten und die 1.-2. Klasse

Wie sieht ein echter Bergmann aus und wie können wir ihn darstellen? Muss er besonders stark sein oder hat er Maschinen, die seine Arbeit übernehmen? Wir schauen mal nach, ob wir Bergleute, Werkzeuge und Maschinen finden. Dazu gehen wir gemeinsam in den Berg und betrachten außerdem in unserer neuen Sonderausstellung Bronzeskulpturen von Bergleuten. Mit wenigen Requisiten erschaffen wir dann unsere eigene Bergmannsskulptur, die auch fotografisch festgehalten wird. (ca. 2 Std.)

2. „Spurensuche Rammelsberg“

Führung über und unter Tage mit Aktion für die 3.-4. Klasse

Diese Aktionsführung ist ein spannendes Suchspiel, das den Schülern über und unter Tage außergewöhnliche Gebäude, ungewöhnliche Werkzeuge und merkwürdige Dinge zeigt, die ergründet werden sollen. Die Schüler erleben eine uns heute fremd gewordene Arbeitswelt, die für die Menschen vor gar nicht allzu langer Zeit alltäglich war. Wir vermitteln die Bedeutung der Welterbestätte und spielerisch die Grundbegriffe des Bergbaus. Dabei fördern wir alle Sinne und neben dem Lernen kommen vor allem auch Spaß und Spiel nicht zu kurz. (ca. 2,5 Std.)

3.  „Ein Bergmann ist ein stolzer Mann“

Führung über und unter Tage mit Aktion für die 5.-7. Klasse

Welche Vorstellungen haben wir von einem Bergmann und seiner Arbeit? Decken sie sich mit der Realität und wie hat sich die Arbeit der Rammelsberger Bergleute im Laufe der Jahrhunderte verändert? Antworten suchen wir unter Tage an ausgewählten Arbeitsorten. Übungen und kleine Wettbewerbe sollen uns helfen, Abläufe und Tätigkeiten besser zu verstehen. Über Tage betrachten wir einzelne Bergarbeiterskulpturen in der Ausstellung „Hard Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950“ und gießen einen Bergmann aus Zinn. (ca. 3 Std.)

Diese Führung wird durchgeführt in Kooperation mit dem Zinnfiguren-Museum, Goslar.

4.  „Die hatten keine Rosinen im Kopf“

Führung über und unter Tage mit Aktion für die 8.-12. Klasse

Einen Schwerpunkt dieser besonderen Themenführung bildet die Sonderausstellung „Hard-Work – Arbeiterskulpturen 1850-1950“. Wir betrachten die unterschiedlichen Darstellungen von arbeitenden Menschen, insbesondere der Bergleute. Wir vergleichen und denken darüber nach, welches „Bild der Arbeit/der Arbeiter“ die jeweiligen Künstler hatten. Am Ort der Arbeit, der heutigen Welterbestätte zeigen wir über und unter Tage ausgewählteGebäude, Objekte und Orte und erklären deren heutige und frühere Bedeutung. Wir machen uns aber immer auf die Suche nach den arbeitenden Menschen hinter den Dingen und Orten. (ca. 2,5 Std.)

Spezialworkshop: Gießereitechnik im Sandgussverfahren

Wie werden Skulpturen gegossen? In der alten Schmiede des Rammelsberges zeigen ehemalige Formermeister die Gießereitechnik des Sandgussverfahrens. In Gruppenarbeit und unter Anleitung führen die Schüler folgende Arbeiten durch: Sieben und Stampfen des Formsandes, Schmelzen des Metalls, Gießen (Alu), Ausformen und Putzen des Werkstücks. (ca. 3 Std.)

Dieses besondere Projekt wird durchgeführt in Kooperation mit dem Förderkreis der Königshütte, Bad Lauterberg e. V.

Sämtliche Programme werden im museumspädagogischen Team unter Anleitung der museumspädagogischen Leiterin erarbeitet und durchgeführt.

Weitere Informationen über die Programme und die Anmeldung finden Sie auf unserer homepage hier.

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